
Eine literarische Reise von Paris über Berlin nach St. Petersburg
Der besondere Abend im Februar
Die Europäischen Großstädte verändern im 19. Jahrhundert schnell ihr Gesicht, im Verlauf der Zeit mit zunehmender Geschwindigkeit. Früh in die Moderne gestartet, gibt Paris den Takt in der Welt der Kunst vor.
Von der Industrialisierung getrieben, holt Berlin in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schnell im Streben um einen angemessenen Rang unter den Großstädten auf. Im Osten ist St. Petersburg als Repräsentation des zaristischen Machtstrebens angelegt und sucht nicht weniger nach einem ebenbürtigen Platz im Reigen der modernen europäischen Großstädte.
Ein Vergleich der Bilder dieser drei Städte in der Literatur soll dabei helfen, die zeitgenössische Wahrnehmung des eigenen nationalen und kulturellen Zentrums im Wandel zu verstehen. Der Vortrag konzentriert sich auf Werke vor der Zeit der klassischen Großstadtromane und sucht nach dem literarischen Ursprung vor dem eigentlichen Entstehen der Stadtreflexion in der Literatur. Dabei stellt der Vortrag Auszüge aus Werken von George Sand, Honoré de Balzac, E.T.A. Hoffmann und Nikolai Gogol vor, die Bilder von Orten darstellen, die trotz des Wandels heute häufig noch unverändert existieren und zum Standardprogramm des touristischen Reisens in diese Metropolen gehören.
Für Stadtreisende oder Bewohner gilt dabei noch immer: „Eine Stadt gibt nur das von sich preis, was der interessierte Blick an ihr freilegt.“ Dieser Satz des Historikers Karl Schlögel steht als Motto für den Abend, und soll eine Städtetour mit einer Blickalternative zu den zahlreichen Hinweisen in klassischen Reiseführern oder auf den Social Media Portalen ermöglichen.
Eine herzliche Einladung an alle Interessierten!
Wann? Donnerstag, 19. Februar 2026, 20.00 Uhr
Wo? Begegnungsstätte, Wichertstr. 22, 10439 Berlin