
Egino G. Weinert, Sonntags-Evangelien-Kalender 2026: Heilung des Blindgeborenen
Sonntag zu Hause – Glaubst du an den Menschensohn?
Vorschlag für einen Gottesdienst zuhause – 4. Fastensonntag (15. März 2026):
Lied
GL 448 Herr, gib uns Mut zum Hören
Zur Ruhe kommen
Wir atmen tief ein und aus. Wir spüren unseren Atem. Wir lassen alle Gedanken kommen und wieder gehen. Wir sprechen mit dem Atemrhythmus mehrere Male langsam:
Herr, hilf sehen
Gebet
Jesus, Dein Wort ist die Wahrheit.
Dein Wort hilft mir,
mich nicht zu wehren, wenn ich ja sagen soll,
nicht auszubrechen, wenn ich stillhalten soll,
und das Ziel nicht verfehlen,
an dem ich dich, die Wahrheit, schauen soll.
Ich bin krank von der Mühe,
Tag für Tag auf mein Recht zu pochen.
Heile du mich, Christus,
sei du die Wahrheit meines Lebens
und meines Leidens.
Denn ich werde erst heil sein,
wenn mein Unrecht und deine Wahrheit
mich überwunden haben.
Du bist die Wahrheit.
Lass mich diesen Schritt mitgehen
Und dir nahe sein.
Heilige mich in der Wahrheit.
Überwinde mich. Du bist die Wahrheit.
Jörg Zink
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh. 9; 1-38)
In jener Zeit
sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Jesus spuckte auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig,
strich ihn dem Blinden auf die Augen
und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schilóach!
Das heißt übersetzt: der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich.
Und als er zurückkam, konnte er sehen.
Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag,
als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
Die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen
und ich wusch mich und jetzt sehe ich.
Einige der Pharisäer sagten:
Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält.
Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal:
Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann sagte: Er ist ein Prophet.
Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten,
und als er ihn traf,
sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Da antwortete jener: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube?
Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Gedanken zum Evangelium
- Viele Pharisäer lehnen Jesus ab, um ihm und seinen Worten nicht glauben zu müssen. Sie haben ihr Urteil bereits fertig, sie wollen immer wieder dasselbe hören, um es immer wieder zu bestreiten. Sie verschanzen sich hinter Gesetz und Vorschrift. Finde ich diese Haltung auch bei mir, wenn etwas unbequem wird?
- Habe ich, wie die Eltern des Geheilten, Angst vor dem Urteil andere?
- Auch unter den Pharisäern gibt es einige, die sich für Jesus entscheiden. Keine Gruppierung ist homogen. Bedenke ich das in meiner Meinung gegenüber anderen?
- Kann ich, wenn ich höre, auch zuhören? Bemühe ich mich darum, durch Jesu Wort klar zu sehen, worauf es ankommt? Will ich offen sein für Gott und die Menschen, denen ich begegne?
Gebet
Du, Herr, gibst die vollkommene Liebe,
die alle Furcht vertreibt.
Gib mir dieses vollkommene Geschenk,
dass ich alle Ängstlichkeit in meinem Leben
mutig bezwingen kann
durch mein Einssein mit dir.
Carlo Martini